So, erster Stopp nach unserer Zeit in Cordoba ist erreicht. (Bzw. eigentlich verlassen wir ihn auch schon fast wieder. Aber man kommt hier ja nie zu irgendwas, daher auch die etwas längere Sendepause.) Na ja, zumindest sind wir jetzt also in Buenos Aires. Unserer Meinung nach eine tolle Stadt! Riesig, aber dabei trotzdem schön und irgendwie auch nicht so überfordernd, wie man es von einem solchen Moloch erwartet. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass wir insgesamt 3 Wochen hier verbringen und so alle Zeit der Welt haben, um die verschiedenen Ecken zu entdecken. Gut, nicht alle Zeit der Welt, aber genug. Zwischendurch arbeiten wir noch 3 Tage die Woche in öffentlichen "Comedoren". Einer davon wird von der jüdischen Gemeinde geleitet. Als wir heute dort waren, wurde das Fest zur Erinnerung an die Flucht der Juden aus Ägypten gefeiert. So kam es, dass wir einfach mal fröhlich versucht haben, die hebräischen Wörter auszusprechen und in den Gesang mit einzustimmen. Mehr oder minder erfolgreich, also die Aussprache, aber das Fest hat uns gut gefallen. Wie in fast allen Religionen geht es auch hier fröhlicher zu als man es aus den evangelischen Kirchen an Heiligabend kennt... Der andere Comedor wird von "Caritas" betrieben. Nach der tollen Erfahrung in Córdoba haben wir uns bei unserer Ankunft hier einfach direkt wieder an diese Organisation gewandt und wieder hat es ohne Probleme geklappt.
Wie bereits im letzten Eintrag erwähnt: Am Ende hatten wir doch noch Glück mit unserem Freiwilligendienst. Als wir unseren letzten Tag in der Hospederia hatten, haben wir Pizza gemacht und alle zusammen gegessen. Vorher haben sie sich alle bei uns bedankt und applaudiert und als wir dann gegangen sind, hat einer sogar geweint. So etwas berührt einen dann schon. Zwar waren wir nur 2 1/2 Monate in diesen Projekten, aber die Leute sind uns zum Teil trotzdem ans Herz gewachsen - und wir ihnen anscheinend auch. Aber nicht nur von den Leuten aus den Projekten ist uns der Abschied schwer gefallen, sondern auch von unseren Freunden und einfach von der Stadt und dem Leben, das wir dort hatten. 7 Monate ist dann eben doch ne Zeit und am Ende vergeht sie viel zu schnell. Aber der Abschied wurde dadurch erleichtert, dass wir im Juni noch mal wiederkommen und zumindest die meisten noch mal wiedersehen.
Aber jetzt steht erst mal reisen an. Bis Freitag sind wir noch in Buenos Aires. Hier wohnen wir bei Johannes, Evas ehemaliger Nachbar. Der macht hier gerade ein Praktikum und hat uns für 3 Wochen seine Schlafcouch zur Verfügung gestellt. Zwar kullern wir nachts übereinander, weil in der Mitte eine Kuhle ist, aber einem geschenkten Gaul... Außerdem ists insgesamt ganz spaßig hier. (Gut, der Spaß hört auf, wenn es ums abendliche Fernsehprogramm geht und "Terminator" gegen "Elizabethtown" steht. Aber man einigt sich - bzw. die weibliche Überzahl bemächtigt sich der Fernbedienung...) Abgesehen davon ist Johannes schon einige Wochen hier und zeigt uns fleißig die Stadt bzw. gibt uns Tipps. Und er war mit uns bei unserem ersten Fußballspiel, jawohl! War zwar nur River und nicht Boca, aber die Stimmung war toll. (Vielleicht auch gerade deshalb, weil im Stadion kein Alkohol verkauft wird.) So haben wir zumindest den Ostersonntag ausklingen lassen, der mit einem leckeren Osterfrühstück begonnen hat. Dazu gabs sogar ein Rocher-Osterei für uns, was Johannes gekauft hat, jaha, wer hätt's gedacht. :)
Aber so gut es uns hier auch gefällt, am Freitag werden die Zelte hier abgebrochen und es geht weiter Richtung Süden nach Bariloche. Dort befindet sich nicht nur das angeblich wunderschöne Seengebiet, sondern auch die besten Schokoladengeschäfte des Landes. Mhm, jamjam... Von da aus gehts in die trockenste Wüste der Welt in Chile und danach an den Titicacasee in Bolivien. Von da aus hoffen wir, per Bus nach Cusco in Peru zu kommen. Aber da die Bolivianer gerne mal streiken, müssen wir im Zweifelsfall auf den Luftweg zurückgreifen. So oder so geht am 6. Mai der Inkatrail für uns los. Zwar bezweifeln wir immer mal wieder, dass wir das schaffen, aber die Anzahlung ist gemacht und es gibt kein Zurück mehr. Werden euch Bericht erstatten... Um uns von den ganzen Strapazen zu erholen, gehts von Cusco aus über Umwege nach Ecuador und dort an einen Strand. Mal sehen, wohin, mal sehen, wie lange. Anfang Juni wollen wir auf jeden Fall wieder in Cordoba sein. Und am 12.6. geht ja dann auch schon der Flieger zurück in die Heimat, also in nicht einmal mehr 2 Monaten.
Komisch komisch, aber man freut sich natürlich auch wieder auf Zuhause. Aber erst nach der Reise. :) Hoffentlich gehts euch allen gut, genießt den Frühling und bis bald!