Tuesday 11 Nov 2008
Cordoba, Argentina
Auf und davon!
Hallihallo!
Dann wollen wir das hier auch mal wieder auf Vordermann bringen. Seit unserer Saltareise hat sich einiges getan. Was die Arbeit angeht, steht jetzt ein Wechsel an. Bei "Sal y Luz" bis zum Ende zu bleiben, wuerde bedeuten, sich regelmaessig (in der Kueche) die Haelfte der Zeit zu langweilen. Denn dort gibt es einfach nicht genug zu tun. Hinzu kommt, dass wir definitiv keinen Englischunterricht geben werden, worauf wir uns ja schon gefreut hatten. Na ja, zumindest macht es so fuer uns keinen Sinn, dort zu bleiben und ab dem 24.11. fangen wir in einem neuen Projekt an. Dort werden wir Englischunterricht und -nachhilfe geben. Als wir das erste Mal da waren, hatten wir beide ein gutes Gefuehl. Wir wurden offener empfangen und ausser uns ist auch keiner da, der unsere Aufgabe uebernehmen koennte. Aber bevor wir uns jetzt zu viel erhoffen, warten wir einfach mal ab. Sind ja nur noch 2 Wochen.
Trotz allen Dingen, die bei "Sal y Luz" nicht so toll waren, werden wir einige Sachen auch vermissen. Den Werwolf, der das Risiko eines Herzinfarkts bei uns beiden taeglich ungefaehr verdreifacht hat. Oder Morales, der Lena durch seine nicht mehr wirklich vorhandenen Zaehne Tipps zumurmelt, wie sie ihre Halsschmerzen los wird: Nichts Kaltes trinken! (Daraufhin wurde "Sex on the beach" abends von uns kurzerhand zu einem eigentlich ja warm schmeckenden Cocktail deklariert.) Und natuerlich werden uns die Kinder fehlen, die uns jetzt erkennen und akzeptieren und ihre kleinen Aermchen ausstrecken, um Tschuess zu sagen, wenn wir gehen... Oder auch den Busfahrer, der uns jeden Morgen mit einem "Hola, mi amor" begruesst und dann zur Arbeit kutschiert. Also immer, wenn wir zu spaet dran sind, was aus irgendeinem Grund jeden Morgen der Fall ist. Meiner Meinung nach hat sich ein zeitfressendes Monster in unserem Zimmer versteckt. Hats auch nicht schwer unentdeckt zu bleiben. Denn seit wir beide unser Mositonetz aufgehaengt haben, gleicht unser Reich eher einem Invalidenlager... Aber die Dinger erfuellen ihren Zweck und lassen uns nachts ruhig schlafen. Wobei "nachts" hier am Wochenende immer haeufiger erst ab 7h bedeutet. Haben in den letzten Wochen nette Persoenchen kennengelernt, mit denen es sich gut feiern laesst. Und das geht dann eben erst spaet los. Zumal, wenn man vorher noch ein "bisschen" Fleisch bei einem asado verzehren will... Da kommen Berge auf den Tisch, das ist echt beaengstigend. Aber lecker! Mal abgesehen von der Bekanntschaft mit etwas, was uns vom Geschmack her an gefuellten Darm (wie auch immer das schmeckt) erinnert hat. Die anderen haben versucht es uns als etwas vom Ruecken zu verkaufen. Oder auch vom Arm, man war sich nicht ganz einig - wir haben nach einem Bissen dankend abgelehnt. Diese netten Grillabende haben auch regelmaessig unsere Diaetplaene durchkreuzt. Denn am Donnerstag gehts ja zur ersten Ausreise ab nach Chile und da dann auch an den Strand. Aber wurscht, das Leben muss ja genossen werden. ;) Und genau das tun wir hier in dieser schoenen Stadt, die uns langsam aber sicher endgueltig ueberzeugt hat. Anfangs haben wir uns gefragt, was alle an Cordoba immer so schoen fanden. Aber seit es Fruehling ist und die Baeumchen bluehen, verstehen wir es immer besser. Nach einem Gewittersturm liegen statt Aesten Orangen auf der Strasse, an unserem Fenster flog neulich ein Kondor vorbei und wenn die Sonne sich abends verabschieded, sieht es einfach nur toll aus. Das ist sicher nichts, was es nur hier gibt. Aber zusammen mit der Atmosphaere, wenn die Leute nach der Tageshitze langsam wieder auf die Strasse gehen, ist es einfach toll und wir fuehlen uns wohl. Machen uns etwas Gedanken, wie wir dann wieder in einer Kleinstadt leben sollen. ;) Aber nein, soweit denken wir einfach noch nicht.
So, euch gehts hoffentlich so gut wie uns und wir melden uns dann wieder frisch und erholt nach der Reise und wenns im neuen Projekt los geht! :)
Viele liebe Gruesse, Lena und Eva